Skalierung und Dezentralität: Wie passt das zusammen?

Erst kürzlich wurde mit Bitcoin Cash ein Skalierungsvorhaben verwirklicht. Nun folgt mit der SegWit Aktivierung ein weiterer Schritt. Wenn er gelingt, könnte ein jahrelanger Streit innerhalb der Community endlich beigelegt werden.

Ausgangspunkt für diesen Streit bildet die „Blocksize-Debatte“. Anfang 2014 war bereits klar, dass das Bitcoin Core Protokoll verändert werden muss, um skalierfähig zu bleiben. Damals konnte das Netzwerk bis zu 4 Transaktionen/ Sekunde ausführen. Damals war es noch üblich, die Blockchain auf einem privaten Rechner zu speichern und somit einen einzelnen „Node“ zu betreiben, in dem die weltweiten Transaktionen aufgezeichnet werden. Je mehr dieser Nodes entstehen, umso sicherer wird das gesamte Netzwerk – denn alle Nodes gleichzeitig zu hacken, um parallel die bisherigen Transaktionen zu verändern, ist ab einer gewissen Anzahl von Netzwerk-Knoten schier unmöglich.

Mit dem steigenden Interesse an Bitcoin sind die Transaktionen rasant angestiegen – und damit auch die notwendige Bandbreite und Speicherkapazität, die man braucht um einen Node zu betreiben. Die Blockgröße für Bitcoin ist aber mit maximal 1mb begrenzt. Die kleinen, zum Teil privaten Betreiber wurden damit von größeren, professionellen Dienstleistern verdrängt. Bereits an diesem Punkt haben sich zwei Interessenlager gebildet:

Die professionellen Betreiber auf der einen Seite, die Core-Entwickler auf der anderen. Denn wer eine große Mining Company betreibt, freut sich natürlich über die Nachfrage von mehr Rechenleistung. Aus dieser Perspektive liegt die beste Lösung schnell auf der Hand: Wir fassen die einzelnen Transaktionen in größeren Blöcken zusammen, und ermöglichen dadurch mehr Transaktionen/ Sekunde. Dieses Lager hat sich mit Bitcoin Cash inzwischen positioniert: Die Bitcoin Cash Blockchain kann bis zu 8mb Blöcke verarbeiten.

Ein großer Teil der Core-Entwickler plädiert für eine andere Skalierungslösung, bei der die Transaktionsdaten von dem Signaturprozess getrennt werden. Diese Form der Datenkomprimierung würde es auch kleineren Nodes erlauben, Teil des netzwerks zu bleiben. Da etliche der Bitcoin Core-Entwickler aber auch für das Privatunternehmen Blockstream arbeiten, schwelt die Diskussion um Machtverschiebungen – weg von der Crowd, hin zu einzelnen Firmen – stetig weiter.

Schlussendlich werden nun beide Lösungen Wirklichkeit und die Nutzer können selbst entscheiden, welcher Lobby und welcher Währung sie mehr vertrauen. Aktuell besteht das Bitcoin Netzwerk aus knapp über 9000 Nodes:

Screenshot vom 9.8.2017 via https://bitnodes.21.co/

Die Frage, wie dezentral das Netzwerk aufgestellt sein muss und wieviele Nodes für die Absicherung gegen Hackerangriffe ausreichen würden, kann momentan niemand beantworten.